E1 - 20240315

Arbeit bedeutet weniger Zeit für anderes zu haben, das anderes Dinge weniger wichtig werden. Nur wer seine inneren Widerstände überwindet, kann etwas Tun, das ihm selbst und vielleicht auch anderen Wichtig oder Nützlich werden kann. Meine Widerstände sind meine eigenen – es gibt kein Aber.

E1 - 20240315
Photo by Robert Lukeman / Unsplash

Ich verspüre großen Widerstand in mir, wenn ich daran denke, etwas, das mich beschäftigt und worüber ich nachdenke, öffentlich zu machen – mit anderen zu teilen.

Wenn ich es auf meiner Webseite publiziere, dann muss es perfekt sein, es muss auf Hochglanz poliert und jeder Fehler im Vorfeld gefunden, korrigiert und optimiert werden. Dabei kosten ja meine Texte niemanden etwas, ausser mich – Schweiss, Tränen, Blut.

Aber was ist eigentlich meine Motivation hinter dem Perfektionismus, dem Widerstand, der mich abhält, überhaupt etwas zu schreiben, dass ich auf meine eigene Webseite zeigen will?

Will ich anderen etwas beweisen? Will ich anderen zeigen, dass sich in meinen Texten nur Brillanz spiegelt? Nun, irgendwie schon – Ja, niemand soll mich beim Scheitern sehen, es reicht, wenn ich mir selbst dabei zusehe. Aber auf der anderen Seite, wie soll ich besser darin werden, Texte zu schreiben, die auch andere lesen können – und letztlich auch gerne lesen wollen –, wenn ich nie Texte schreibe und veröffentliche?

Hand aufs Herz, andere schreiben ihren Unsinn auf Instagram und Twitter und keiner fragt sich, was mit diesen Leuten nicht stimmt – also nicht so richtig zumindest. Es ist einfach okay, dass andere ihre Meinungen oder Gedanken auf Internetplattformen teilen, sich teils zum Affen machen, solange ich selbst nicht zu ihnen gehöre. Das heißt, eigentlich habe ich Angst. Angst, dass andere meine Gedanken, meine Meinungen, meine Art zu schreiben und mich auszudrücken für affig, für unnütz, für hässlich und schlecht halten könnten.

Und vermutlich wird es viele Leute geben, die es genau so finden werden. Aber wie gehe ich selbst eigentlich um, mit anderen Autoren, Künstlern, Gelehrten oder Prediger, die etwas teilen, das mir nicht gefällt? Naja, ich nehme es zur Kenntnis, gehe weiter und richte meine Aufmerksamkeit auf Dinge, die mich eigentlich interessieren, mich inspirieren und ich aufregend finde. Macht das nicht jeder?