Joh 6,37. FEG Langenthal 02.01.22

Kommen wir zu Jesus, nimmt er uns und umarmt uns, wie wir sind – wir kommen gleichwohl alle mit leeren Händen zu ihm. Aber er hält für uns mehr bereit, als wir glauben.

Joh 6,37. FEG Langenthal 02.01.22
Photo by Geetanjal Khanna / Unsplash
Predigt 02.01.22 - Joh 6,37

 „Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ (Joh 6,37)

Diese Worte Jesu stehen in einem bedeutenden Zusammenhang und sie nehmen ihren Ausgang im Vorwurf, dass Jesus sich selbst zu Gott gemacht habe (Joh 5,18) und dem Wunsch der religiösen Führer ihn zu töten.

Darum so erscheint mir die ganze Szenerie im Johannesevangelium fast wie ein Gerichtssaal. Nicht nur wir Menschen stehen vor Gottes Gericht, nun stellt sich auch Gott in Jesus Christus dem Gericht des Menschen.
Und Jesus antwortet auf die Anklage hin, dass er sich selbst zu Gott mache, indem er sich dazu bekennt! Jesus bestätigt die Vorwürfe, dass er Gottes Sohn sei, indem er 1) betont, dass er Gottes Werke tue, nicht seine eigenen (5,19.30); 2) er die Macht habe, ewiges Leben zu geben (5,21.24.40) und alle Menschen 3) zu richten (5,22).
Jesus ist sich aber auch der Problematik bewusst, dass eine blosse Behauptung, ein Selbstzeugnis vor Gericht nicht ausreichend sein kann (5,31) – das gilt besonders, wenn es um Leben oder Tod geht.1 Jesus führt also, zusätzlich zu seinem eigenen und für sich genommen wahren Zeugnis, weitere vier Zeugen in den Zeugenstand: 1) Johannes den Täufer (5,37); 2) Gott selbst bei seiner Taufe; 3) die Wundertaten, die er durch die Kraft Gottes vollbrachte (5,36); und 4) die Schriften des Alten Testamentes (5,39) und ausdrücklich nennt er Mose seinen Zeugen (5,45) – das Gesetz.

Und dann, nachdem anderen von ihm gezeugt haben – und die Menschen nicht an ihn geglaubt haben –, gibt er nun Zeugnis von sich selbst und sein Zeugnis ist wahr.2

So steht Jesus wieder vor den Staatsanwälten einer Volksmenge, die ihm hinterhergereist ist, weil sie alle durch die Brotvermehrung Jesu satt geworden sind. Und sie wollen mehr von ihm, indessen wollen sie auch wissen, welche Zeichen er tue, dass sie an ihn glauben sollten. Sie führen Mose als Beispiel auf, der ihren Vätern „Brot vom Himmel“ (Ps 78,24) zu essen gab.

Hier hakt Jesus ein: Es war nicht Mose, der ihnen das Brot vom Himmel gab, es ist der Vater Jesu – Gott –, der ihnen das „wahre Brot vom Himmel“ (6,32b) gibt!

Und den Menschen verlangt nach diesem Brot und sie bitten ihn um dieses wahre Brot vom Himmel (6,34).

Wir alle wissen und haben allzu oft davon gehört – Jesus ist dieses wahre Brot vom Himmel! Jesus gibt von sich selbst Zeugnis:

„Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht.“ (Joh 6,35f.)

Sie haben Jesus gesehen, haben seine Zeichen und Wunder gesehen und verlangten mehr von dem Brot, das Jesus ihnen gab. So sind sie ihm nachgereist, um ihn darum zu bitten – und Jesus bietet ihnen so viel mehr an –, aber sagt ihnen, dass sie trotz dessen, dass sie ihn sehen und nach seinem Brot verlangen, (noch) nicht an ihn glauben. Denn Jesus sagt zu ihnen:

„Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“

Jesus sagt hier so viel mehr aus, als wir auf den ersten Blick hören und sehen. Wir sollten bedenken, dass Jesus keinen Unterschied machte, ob er nun Nikodemus, einem Zöllner, einer Hure oder einem Samaritaner begegnete. Für jeden von ihnen war Jesus gleichermassen da. Und Jesus wartet nicht erst, bis diese Menschen zu ihm kamen, ihn suchten – er ist zuerst zu ihnen gegangen, hat sie aufgesucht, zu ihnen gesprochen, sie geheilt. Jesus stellte damit die etablierten Hierarchien der Religion und die Grenzen zwischen den religiös ‚Gerechten‘ und den ‚Sündern‘ infrage.

Nicht nur, weil er sich selbst Gottes Sohn nannte, sondern auch, weil er damit ihre Praxis diskreditierte und blossstellte. Er handelte nicht wie ein typischer frommer Mensch, er sprengte die religiöse Institution durch seine radikale Hingabe und Liebe, die den wahren Geist des Glaubens atmen und die Institution mit ihren Grenzen nicht brauchen. Jesus passte nicht in ihre uniforme Fiktion von Frömmigkeit, die sie kontrollieren und regulieren konnten. Denn Jesus ging zu den Gesetzlosen, berührte religiös unreine Menschen, sprach mit Leuten, die verachtet waren und als Sünder galten, wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder Nicht-Glaubens oder ihres Berufs. Aus Liebe übertrat er auch das Gesetz, als er den Sabbat brach.

Jesus ist nicht wie wir Menschen, er kennt keine Ausschlusskriterien, und mit den „harten Worten“ (vgl. 6,60) seiner Predigt weist er niemanden ab. Jesus ist vielmehr die Einladung an die Welt, an Gott zu glauben und zu ihm zu kommen. Er ist das Brot, die Tür, das Licht und die Auferstehung und das Leben – Jesus ist Gott selbst. Aber eben nicht der ferne und unnahbare, sondern Gott – mitten unter uns. Wenn uns diese Einladung hart klingt, dann weil unser Herz hart geworden ist.


Der Gott, der uns in Jesus Christus begegnet, ist kein gesetzlicher Tyrann – keiner, der sein Gesetz als eine Hürde gegeben hat, die man erst überwinden muss, ehe man zu ihm kommen kann. Vielmehr ist bereits Gottes Gesetz ein Brief an uns, eine Einladung in das gelobte Land zu kommen, es ist Gottes Liebesgeschenk an die Menschheit, es ist Gottes Verheissung einer neuen Welt.

Das Problem war nie das Gesetz an sich, denn – wie Paulus schon seinerzeit schrieb – es ist heilig, gerecht und gut (Röm 7,12). Es ist die Sünde, die den kostbaren Brief Gottes an uns, zu einem harten und anklagenden3 Gesetz macht. Es sind die Ansprüche unseres Herzens, unser Hunger nach Anerkennung, Liebe und Vollkommenheit – sie flüstern:
„Gott liebt dich nicht, wenn du sündigst und das Gesetz übertrittst“; „Gott wird dich ‚hinausstoßen‘, wenn du nicht ein Leben nach seinem Willen (oder m. a. W.: nach seinem Gesetz) führst“; „An Gott zu glauben, heisst ein heiliges Leben zu führen wie Jesus“.
Allzu leicht weisen wir diese Ansprüche von uns und denken, dass es nicht unsere Ansprüche wären, sondern dass nur andere sie an uns stellen, dass die Erwartung das Gesetz halten zu müssen von aussen auf uns eindringt. Es ist aber unser eigenes Herz in uns, das schreit, das voller Ansprüche an uns selbst und andere ist.4

Und so ist es wirklich, wie Paulus im Galaterbrief (vgl. Gal 5,17) schreibt, dass in uns zwei Kräfte ringen – der Geist gegen das Fleisch und das Fleisch gegen den Geist. Und auch das ist wahr: „Wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; wir aber sind fleischlich, unter die Sünde verkauft.“ (Röm 7,14)
Denn erst in unseren Händen und von unseren Lippen geführt, wie Waffen zum Krieg, wird das Geschenk der Liebe Gottes zum Gesetz.

Und so stehen wir in der Gefahr, auch Jesus zum ‚Gesetz‘ zu machen – zu einer Messlatte, an der sich meine Frömmigkeit messen muss und an der ich folglich andere bemessen werde.
Damit ‚stossen‘ wir Menschen ‚hinaus‘, die nicht genau so an Jesus glauben wie wir. Wir machen den Glauben zu einem von unseren Kriterien bedingten Gut.

All diese Kriterien mögen an sich gut, gerecht und heilig sein, aber sie verdunkeln die Botschaft Jesu und trüben die Einladung und Predigt Gottes an alle Menschen. Denn für die meisten Menschen werden unsere Kriterien Ausschlusskriterien sein, da reicht es oft, nur in einem einzigen Punkt nicht zu genügen. So machen wir unseren Jesus zu einer Belastung für andere und zu einem religiösen Führer, wie es die Schriftgelehrten und Priester waren, die Jesus töten wollten.
Und so steht Jesus in unserem Gericht – nicht nur vor der Volksmenge, sondern auch vor seinen Jüngern. Jesus zieht einen Riss, der auch durch die Kirche geht – denn auch viele seiner Jünger verliessen ihn, nachdem er zu Ende gepredigt hatte (Joh 6,66). Darin fallen die seltsamen und harten Worte Jesu: „Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm.“ (Joh 6,56)

Jesus hat sie nicht hinausgestossen, sie sind gegangen. Und Jesus schreckt nicht davor zurück, auch seine zwölf Jünger zu fragen, ob sie auch weggehen möchten (Joh 6,67). Wir sehen also, dass es Jesus jedem Menschen überlässt, sich frei zu entscheiden. Diese freie Wahl zu haben, ist Gnade! Bei Jesus zählen nicht Kriterien, sondern allein der Glaube.

Wir lesen aber, dass Jesus davon spricht, dass ‚all das zu ihm kommt, was der Vater ihm gibt‘. Komen nun all diese Menschen zu Jesus, weil sie aus freien Stücken gehört und geglaubt haben, oder nun doch weil sie – qua Erwählung – nicht anders können und zu ihm kommen müssen?

Als ich diesen Text das erste Mal las, da zog ich die Schlussfolgerung, dass in Gott Menschen erwählt und anderen nicht erwählt wären.5 Ich versuchte, mir damit zu erklären, warum es Menschen gibt, die zwar Jesus sehen, aber trotzdem nicht an ihn glauben. Und dies, obwohl Gottes es offenbar anders möchte6 – es erscheint mir auch heute nur allzu logisch, einen ‚geheimen‘ Vorbehalt in Gott, den wir nicht verstehen können, anzunehmen. Komisch aber, dass meine Logik diesen uneinsehbaren Vorbehalt in Gott so einfach erklären konnte.7

Aber liest man diesen Text genauer, wird klar, dass von einer Prädestination des Menschen zum Unglauben nicht die Rede ist. Ganz im Gegenteil. Alle diese Menschen kommen ja zu Jesus, all diese Menschen sehen und hören ihn. Es gibt in dieser Begegnung keine Notwendigkeit, dass Menschen glauben oder nicht glauben. Nur die Verheissung Jesu, sein Versprechen bleibt: Er wird niemanden abweisen. Dieser Text sagt uns vielmehr etwas über das Wesen unserer Welt und über die Kontingenz des Glaubens – wer kann schon sagen, ob der eine oder andere dieser ‚Ungläubigen‘ nun doch irgendwann an einem unbekannten Ort anfing zu glauben. Jesus gibt uns auch keine Auskunft darüber, ob auch alle, die sich an seiner Rede stiessen und ihn verliessen, auch Ungläubige waren – oder nicht der eine oder andere trotz dessen glaubte.

Natürlich, die Begegnung mit Jesus ist nicht zufällig, sondern von Gott gewollt – ja. Aber so gewollt, dass wir frei sein sollen, dass wir diesen Gott, diesen Jesus aus freien Stücken und mit freier Liebe zurücklieben, indem wir seine Liebe annehmen und von ihm empfangen – was er uns verheisst.

Und gerade Gott zu lieben und ihm zu glauben, bedeutet, alles von ihm zu empfangen – das lehrte und machte Jesus vor. Er hält nicht sich selbst, sein Charisma, seine Rhetorik und sein Handeln für den Grund, dass Menschen zu ihm kommen – auch wenn wir das nicht ausschliessen –, Jesus hält es nicht für seine eigene Leistung. Alles, was Jesus hat und jeder, der zu ihm kommt, ist ihm ein umverfügbares und unschätzbares Geschenk des Himmels. Und so sind auch Menschen, die an ihn glauben, ihm eine Gabe seines Vaters. Denn, dass Menschen zu Jesus kommen, ist ein Ereignis, und kein methodisch geplantes und orchestriertes Schauspiel.

Wir wissen, Jesus hat den Gerichtsprozess verloren – von seinen eigenen Zeugen wurde er der Anklage für schuldig befunden, unser Gesetz hat ihn verurteilt und wegen unserer Sünde musste er sterben.
Wir dachten, wir hätten recht, wir dachten, ein Mensch – dieser Mensch – könne nicht Gott sein und haben ihn verachtet.8
Im Glauben aber haben wir gehört und geglaubt, dieser Mensch ist wieder lebendig geworden – Jesus lebt. Und seine Freiheit, seine Liebe, sein Leben hat über unsere Freiheit, unsere Gesetze und unsere Sünde triumphiert.

„Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig“ (2Kor 3,6).9

Und so ist uns auch das Gesetz ist nicht einfach gegeben, damit wir es uns nehmen und formelhaft einhalten, um zauberhaft zu bewirken, dass Gott uns annimmt. Gottes Gesetz ist kein Zauberbuch und der Glaube kein „Regentanz“ wie bei den Baalspriester auf dem Karmel (vgl. 1Kön 18,25-29). Gott ist nicht eine magische Kraft, die sich beschwören lässt, er ist wie eine Naturgewalt, die sich keinen philosophischen Prinzipien, wie Kausalität und Notwendigkeit unterwerfen lässt. Denn Gott ist der in der Macht seiner Liebe freie und souveräne Herr seines Wortes und er ruft, wen er will und wann er will. So war und blieb er auch der freie und souveräne Herr, als er nicht zurückgeliebt wurde, als wir ihn kreuzigten. Selbst dort entschied er noch in der Freiheit seiner Liebe,niemanden hinauszustoßen.

Und so folgt dem Todesurteil des Menschen-Gerichts über Gottes Sohn das freie und souveräne Urteil von Gottes eigenem Gericht, nämlich unser Freispruch – nicht trotz des Kreuzes, sondern gerade durch das Kreuz ist sein Urteil gefallen:

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.“ (Joh 3,16f)

„Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat als Lösegeld für alle, als sein Zeugnis zur rechten Zeit.“ (1 Tim 2,3-6)

„Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.“ (Joh 6,63)

Und diese Worte Jesu gelten nicht nur der Menge am See Genezareth, sie gelten auch uns heute, sie gelten allen Menschen, die sie hören und sie gelten auch Dir, liebe Zuhörerin, lieber Zuhörer. Jesus wird Dich nicht hinausstoßen. Und wir können ihm mit keinem noch so grossen Verdienst oder Eifer auch nur ein Jota näher kommen als alle anderen – Jesus kam für alle Menschen, nicht nur für die Kirche!

So steht das Gericht Gottes über diese Welt unter dem Vorzeichen dieser liebenden Stimme, die uns alle zu sich ruft, denn Jesus ist gegeben die Macht, zu richten die lebenden und die toten. Sein Leben selbst ist das Gericht – und dieses Gericht zieht einen Riss durch die ganze Welt. Jeden Menschen ruft er zur Entscheidung!

Keine frommen Taten, Gottesdienste oder moralischen Absicherungen können uns den Weg zu Jesus garantieren. Nur Gott, an den wir glauben, und sein Zuspruch garantieren es uns. Und er schenkt uns Freiheit vor der Angst um unser Heil, Freiheit vor der Angst, am Ende von allem wie alle anderen Menschen, nackt und entblösst, als Sünder vor Gott zu stehen. Sein Gericht gilt allen und Gott ruft alle, lädt alle ein und sein Gericht ist längst entschieden, längst hat er sich entschieden, längst für uns gesprochen – längst freigesprochen, dass er niemanden hinausstoßen wird, der sich sein Gericht gefallen lässt, der ihm vertraut und an ihn glaubt.
Wirklich glaubt, dass seine Gnade, sein Blut und sein Fleisch, triumphiert über unsere Ungerechtigkeit, dass Gottes Gericht über das Menschen-Gericht gesiegt hat.

Und Gottes Gnade, Gottes Sohn, Jesus Christus – er gilt allen Menschen.

So ruft Jesus euch alle zu sich:

„Kommt her zu mir, alle…, ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28)

„und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen“

Amen.



  1. Jesus bezieht sich hier bereits auf seinen Tod! Im Gesetz ist das Zeugnis eines Menschen oft sogar geboten (Ex 23,1; Lev 5,1; Num 5,13). Bei Fällen, die jedoch den Tod zur Strafe haben, soll das Wort eines einzelnen Zeugen nicht genügen (Num 35,30; Den 17,6). Jesus führt gewissermassen seine Zeugen gegen sich selbst in den Zeugenstand – und macht damit zugleich seine Glaubwürdigkeit und den Ernst seines Selbstzeugnisses nochmals deutlich. ↩︎
  2. Siehe Joh 8,13f.! Vgl. 1Tim 1,15: „Das ist gewisslich wahr und ein teuer wertes Wort: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.“ ↩︎
  3. Joh 5,45; Gal 4,10; ↩︎
  4. Vgl. Röm 2,15 ↩︎
  5. Später lernte ich diese Einsicht auch als die Lehre Calvins von der Doppelten-Prädestination (lat. praedestinatio gemina) kennen. Nach dieser Lehre glauben die einen, weil Gott sie vorzeiten erwählt und zum Heil bestimmt hat und die anderen glauben nicht, weil sie vorzeiten verworfen und zum Unheil bestimmt sind. ↩︎
  6. Vgl. 1Tim 2,3-6. ↩︎
  7. Manche würden einwenden, dass Jesus in Joh 6,64 ja weiss, wer nicht glaubt. Und dass weil Gott allmächtig ist und alles lenkt, also weiss er folgerichtig auch alles – er hat es nämlich bestimmt. Aber Wissen ist nicht notwendig eine Folge von Bestimmung, selbst für Gott nicht. Ausser man trägt ein sehr prämissenreiches Gottesbild an diesen Text, über die das Johannesevanglium und die anderen Schriften der Bibel keine Auskunft geben.
    Und auch unsere Logik entspricht nicht Gott, sondern unserer Psychologie. (Vgl. Hume, David, Ein Traktat über die menschliche Natur, 1739) ↩︎
  8. „Ihr habt den Gerechten verurteilt und getötet, und er hat euch nicht widerstanden.“ (Jak 5,6) ↩︎
  9. Vgl. „Der Geist ist’s, der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.“ (Joh 6,63.) ↩︎